Die Google+ Nutzerzahlen – ein Thema, das immer wieder Potenzial hat, die Gemüter zu erhitzen. Teilweise ist die Verschwiegenheit seitens Google dafür verantwortlich, dank derer nur alle paar Monate offizielle Zahlen ohne große Erklärung der genauen Hintergründe an die Öffentlichkeit dringen – die letzte Nennung von 90 Millionen Google+ Nutzern liegt mittlerweile auch schon wieder gute 2 Monate zurück.
Gibt’s dann was offizielles, dann ist die große Spekulationsrunde eröffnet – ein gefundenes Fressen für Zweifler, Kritiker und offensichtliche Google-Gegner! Doch in diesem Artikel will ich gar nicht auf die verschiedenen Argumente dieser eingehen, denn es würde nur eine sich wie üblich im Kreis drehende Diskussion nach sich ziehen. Stattdessen möchte ich über eine andere Methode berichten, die Google+ Nutzerzahlen zu messen, die in den letzten Tagen im Gespräch ist – mit offiziellen Daten, geliefert von Google selbst.

Was sich für viele sicherlich auf den ersten Blick etwas verwirrend anhört ist schnell erklärt. Schon lange ist bekannt, das Google die Domain gstatic.com für allerlei nicht öffentlich zugängliche “Hilfsdaten” nutzt. Neben einigen anderen hat auch Amit Agarwal mal einen genaueren Blick auf die zunächst sehr unscheinbar wirkende Adresse geworfen und hat folgenden Weg gefunden, wie man an eine wohl vollständige Liste aller Google+ Profile kommen kann.
Auch auf gstatic.com gibt es die Datei robots.txt, eine gewöhnliche kleine Textdatei, die auf so gut wie jeder Domain zu finden ist und Crawlern wie z. B. dem Googlebot sagt, welche Verzeichnisse auf dem Server zu indexieren sind und welche nicht.
Unter anderem enthält sie die Zeile “Allow: /s2/sitemaps/” – dieses Verzeichnis ist also ausdrücklich zur Durchsuchung freigegeben. Dort wiederum findet sich eine Haupt-Sitemap, die ihrerseits auf 39.000 Sub-Sitemaps verweist, die jeweils die URLs zu 5.000 Google-Profilen enthalten.
Daraus ergibt sich zunächst einmal die Zahl von 39.000 * 5.000 = 195 Millionen Google-Profilseiten.
Jeder kennt wohl folgenden Vermerk im Bereich “Über” eines Google+ Nutzerprofils, wenn dieser selbiges noch nicht mit Informationen gefüllt hat:

Bei solchen Nutzern kann man mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass Google+ eher nicht genutzt wird und deren Profile getrost von der Gesamtzahl der Google+ Profile abziehen. Das leere Profil wird übrigens auch in einem Meta-Tag im Quelltext der Profilseite vermerkt und ist mit einer simplen Google-Suche auffindbar:
Runden wir mal großzügig auf 25 Millionen Treffer auf, dann landen wir also theoretisch bei 170 Millionen Profilen.
Vielleicht habt Ihr beim lesen des Artikels bemerkt, dass ich an vielen Stellen offensichtlich genau zwischen dem Wortlaut “Google” und “Google+” unterschieden habe… natürlich nicht ohne Grund, denn diese Messmethode stellt (wie jede andere von Dritten durchführbare auch) leider kein exaktes Ergebnis zur Verfügung.
Hier ein paar Gründe, warum:
Zu Guter Letzt darf man beim Thema Google+ Nutzerzahlen auch nicht vergessen, das seit ein paar Wochen alle neu registrierten Google-Nutzer automatisch auch ein Google+ Profil erhalten. Auch damit wird eine einigermaßen verlässliche Messung der aktiven Google+ Nutzer immer unmöglicher.
Image: renjith krishnan / FreeDigitalPhotos.net
Tags: nutzerzahlen, profile, sitemap
Marvin Süß24. März 2012 am 11:45 via Google+
Ganz unabhängig davon, wieviele Millionen es nun genau sind, kann man auf jeden Fall feststellen, dass Google+ wächst
Kai Lücke24. März 2012 am 16:58 via Google+
Hat sich denn +Paul Allen in letzter Zeit mal wieder zu dem Thema geäußert?
Matthias Mann4. April 2012 am 19:15
Vermutlich weiß Google selbst nicht so genau, wieviele Nutzer es wirklich gibt. Denn das dürfte auch schwer zu ermitteln sein. Manche haben vielleicht sogar zwei oder drei Accounts. Andere wiederum loggen sich vielleicht alle 2 Monate mal kurz ein, damit der Account nicht gelöscht wird, nutzen Google+ aber nicht wirklich bzw. nur extrem selten. Wie will man das korrekt berechnen? Da wird man wohl nur schätzen können.