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4 seit langem ungelöste Probleme in Google+

4. Oktober 2011 von - 9 Kommentare

Google+ feiert seit Beginn des Feldtests einen Erfolg nach dem anderen und wurde im Großen und Ganzen mit viel Wohlwollen und offenen Armen empfangen. Die technische Entwicklung des Netzwerks schreitet seit Ende Juni rasch voran, sei es im großen Maßstab oder in den vielen fast schon liebevollen Detailverbesserungen, die mittlerweile eingeflossen sind.

Es gibt aber immer noch ungelöste Probleme in Google Plus, die praktisch seit Tag 1 bestehen und für die keine Lösung in Sicht zu sein scheint. Aktuell ist es um diese Themen auch etwas stiller geworden, dennoch existieren sie noch und werden sicherlich irgendwann wieder auf den Tisch kommen. Spätestens mit dem wirklichen öffentlichen Start von Google+, wenn Google selbst das immer noch betonte Prädikat Betaphase entfernt und das soziale Netzwerk damit auch endgültig als Consumer Ready abstempelt.

1. Die Realnamenpflicht in Google+

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Das größte Problem für das Google+ bisher den meisten Gegenwind bekam ist zweifellos die kontroverse Debatte um die Pflicht, Google+ mit dem realen Namen zu verwenden. Dazu gab es schon haufenweise hier im Blog zu lesen. Zuletzt sagte ja Eric Schmidt, Google CEO, etwas entnervt scheinend sinngemäß dazu “Wem’s nicht passt, der muss sich ja nicht registrieren”. Prinzipiell bin ich selbst auch so ziemlich dieser Meinung, zumindest was die Datenschutz-Nörgler betrifft, die einfach nur gern ihren Namen verbergen würden. Politischer Druck ist wieder ein ganz anderes Thema, aber wo zieht man hier die Grenze? Sehr schwierig, deswegen stand diese Regelung bisher einfach in Stein gemeißelt, egal welcher Hintergrund eventuell vorhanden sein mag den eigenen Namen zu verbergen.

Was mich aber jetzt wirklich stört ist dass eben doch nicht jeder gleich zu sein scheint. Tausende Otto-Normalnutzer wurden gesperrt, viele “Berühmtheiten” ebenfalls, aber seit ein paar Wochen wird jemand wie will.i.am (Nachname: “.”) in aller Öffentlichkeit von Google+ und seinen Führungskräften beworben und gefeatured wo es nur geht. Das hinterlässt bei mir nun doch einen etwas faden Beigeschmack.

2. Die Google+ Empfehlungsliste

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Eine gut gemeinte aber allgemein recht kritisch aufgefasste Geschichte. Die Google Plus Empfehlungsliste wurde Anfang September eingeführt und führte wohl zum Erstaunen aller und nicht zuletzt Google selbst sofort zu heftigen Diskussionen. Das führte schließlich so weit, dass Google sich schon Stunden nach Erscheinen der Liste genötigt fühlte, einige Dinge dazu klar zu stellen und der nicht gerade auf den Mund gefallene Mr. Scoble von der Google+ Empfehlungsliste wieder runter wollte.

So weit, so gut. Auch darüber ist inzwischen schon Gras gewachsen, aber die Sorge, dass die Liste eigentlich nur sowieso schon bekannte User pusht und damit einen immer tieferen Graben zwischen Powerusern und Prominenten auf der einen und dem Normalnutzer auf der anderen Seite zieht besteht weiter. Es wurde gefordert, dass Empfehlungen eher interessen- als bekanntheitsbasiert gegeben werden sollten, davon ist aber nichts zu merken.

Fakt ist: Die Empfehlungsseite ist mit die erste Gelegenheit für neue Nutzer, interessante Kontakte zu finden. Das ausschließliche Empfehlen von mehr oder minder berühmten und bekannten Personen zwingt Neumitglieder aber von vorn herein schon in eine Art Konsumentenverhalten, das für das gesamte Netzwerk eher von Nachteil ist. Eventuell sollte man diese Empfehlungsliste eher durch eine getunte Version der ganz normalen Google+ Suche mit Personenergebnissen zu Interessen und Wohnort-Umkreissuche der Neumitglieder ersetzen.

3. Google Apps Accounts schauen in die Röhre

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Ausgerechnet die zahlende Kundschaft von Google (ja, ich weiß, wir alle zahlen mit unseren Daten) sitzt bei Google+ seit Beginn an und bis heute immer noch vor verschlossenen Türen. Damit macht man sich keine Freunde. Nach wie vor haben nur Inhaber von privaten Accounts Zugriff auf Google Plus, Kunden von Google Apps bleibt höchstens die suboptimale Lösung eines Zweitaccounts.

Eventuell besteht aber seit kurzem wieder Hoffnung, da wohl langsam die Verknüpfung von Google+ und den Google Apps intensiviert wird wie neulich am Beispiel der Hangout Extras zu sehen war.

4. Google+ Pages

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Riesenthema. Firmen, Marken und “professionellen Anwendern” wie Bloggern gehört in einem sozialen Netzwerk das konkurrenzfähig sein will eine entsprechende Plattform geboten. Die letzten erwähnenswerten Neuigkeiten zu Google+ Unternehmensprofilen gab es Mitte August, seitdem scheint man eher froh zu sein, das es relativ still darum geworden ist.

Den optimalen Zeitpunkt hat man vermutlich sowieso schon verpasst, der wäre wohl bis Mitte/Ende Juli gewesen. Sobald klar war, das Google+ keine Eintagsfliege werden würde sondern sich ganz reelle Chancen am Social Media Markt ausrechnen darf standen so ziemlich alle Firmen und Marken Gewehr bei Fuß und haben schon eifrig mal Profile erstellt. Die meisten wurden gelöscht – wegen Verstoßes gegen die Realnamenpflicht und weil bis heute offiziell nur private Profile erlaubt sind.

Ich bin mir einigermaßen sicher, das Google das Äquivalent zu den Facebook Pages in einer Art und Weise umsetzen wird, die ein weiteres Mal Maßstäbe setzt, aber ich werde das Gefühl nicht los, man sollte sich damit langsam aber sicher ziemlich beeilen.

Was erachtet Ihr sonst noch als wichtig? Was nervt Euch schon immer, was fehlt Euch oder was sollte dringend noch erledigt werden bevor Google+ sich das Beta-Siegel abreissen darf?

(via)

Image: Salvatore Vuono / FreeDigitalPhotos.net

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9 Comments

  1. Patric Bomio4. Oktober 2011 am 12:37 via Google+

    Hey Bernd!

    Ich habe das so meine Vermutung, warum Google sich Zeit lässt. Bisher kam auf jedes Google durchdachte saubere Feature innert kurzer Zeit eine Quick and Dirty Lösung in diversen Varianten von Facebook daher als Antwort darauf. Sprich: Jedes mal wenn Google was bekannt gibt, kommt Facebook und schiesst innert zwei Tagen drei Featuers nach die ähnlich sind.

    Ich denke, was wir immer im Hinterkopf halten müssen: G+ ist noch in der Betaphase und hat in 90 Tagen mehr erreicht als alle anderen Social Networks – Das ist zwar eine Topleistung, aber nüchtern betrachtet muss man auch sagen, dass es anders gar nicht geht! Sonst kann G+ nie Fuss fassen und trotz des Erfolgs ist es eine Tatsache, dass sie noch keinen Fuss gefasst haben im Social Network Bereich.

    Ich denke, sie schiessen dann mit so vielen Funktionen los, wenn sie fertig und intern getestet wurden. Ich erachte die schrittweise Freigabe der Features als einen Fehler, denn Zucker konnte immer gleich darauf antworten. Wenn sie abwarten und dann mit echten Kanonen schiessen können, wird das Ganze erst attraktiv für das Abwerben von FB User!

    Wenn ich jetzt argumentiere, komme ich mit Datenschutz und das interessiert kein Schwein. Aber wenn ich sagen kann: DeinDeal ist dort integriert und Du kannst Dir Gutscheine holen, während Du Dein YouTube Video hochladen kannst, was Du nur Deiner Familie freigibst und nebenbei mit Deiner Tante in Honolulu hangouten und ihr erzählen kannst, dass Deine Frau ihre selbstgestrickten Socken gerade über ihre Site vertickt, mittlerweile 500 Follower hat. Ja, dann wird es interessant. Aber, das muss alles auf einmal da stehen!

    Oder sehe ich das Grundverkehrt?

    Lieben Gruss,
    Patric

  2. Björn Bietz4. Oktober 2011 am 12:42 via Google+

    Man darf halt auch nie vergessen, dass Google+ seit 2 (in worten zwei) Wochen der Öffentlichkeit zugänglich ist. Wenn ich da schaue, wie viele ungelöste Probleme bspw. das große blaue Netzwerk hat, die schon etwas länger ihre Plattform betreiben, find ich das stark verkraftbar (von Problemen in den VZ Netzwerken – da war doch was?? – mal abgesehen, die am Anfang auch mal gerne 2 Wochen offline waren). Und wie bei jeder Strategie gibt es sicherlich auch bei google+ die ein oder andere Priorität. (von der klarnamenpflicht abgesehen, die ist ja kein zeitliches Problem des Programmierens).

    zu Punkt 2:
    "Fakt ist: Die Empfehlungsseite ist mit die erste Gelegenheit für neue Nutzer, interessante Kontakte zu finden." Ich habe Sie beispielsweise durch Circle-teilen gefunden. Daneben noch etliche Blogger, Fotografen, Traveler und in letzter Zeit auch Musiker, die ich vorher nicht kannte. Ja, empfehlungsseite ist die erste Gelegenheit interessante Kontakte zu finden, die effektivere ist das Aufnehmen von Circles – und über die Funktion habe ich mir noch vor 2 Wochen keine Gedanken gemacht. Es passiert also im Hintergrund mehr, als man noch zu schätzen vermag.

    zu Punkt 3:
    Sicherlich ist es ärgerlich, wenn ausgerechnet die zahlende Kundschaft in die Röhre schaut. Hier weise ich aber auch noch einmal darauf hin, dass es seit 2 Wochen öffentlich ist. "Wenn ich für etwas zahle, möchte ich mit dem Produkt zufrieden sein. Ist es das nicht, möchte ich auch nicht dafür zahlen." Umkehrschluss…wenn ich eine zahlende Kundschaft habe, möchte ich ihnen einen Mehrwert bieten, eine 0815 Verknüpfung mit google apps könnte sicherlich schnell aus dem Boden gestampft sein. Aber wozu? Warten wirs ab, hier wird sicherlich noch viel geschehen

    und zu Punkt 4:
    Hier gilt 1. das gleiche wie für Punkt 3, zweites ist nie der Zeitpunkt verpasst, an dem Unternehmen nicht einsteigen würden, wenn sich dort Kunden aufhalten. Und darüber hinaus: Ist es nicht schön noch eine Weile hier zu verbringen, neue features auszuprobieren, sich mit dem Produkt bekannt zu machen, bevor Unternehmen versuchen durch ihre Kampagnen meine Aufmerksamkeit zu erhaschen? Ich für mich kann noch eine Weile warten.

  3. Marco Kleist4. Oktober 2011 am 12:52 via Google+

    Alles in allem denke ich schon, dass Google+ nun langsam mal ein bisschen mehr bieten muss. Auch wenn es eigentlich noch im Säuglingsalter steckt, so wird es dennoch pausenlos mit dem blauen Marktführer verglichen.

  4. Jannis Betschki4. Oktober 2011 am 12:52

    Was mir besonders fehlt sind die Unternehmensseiten – Es nervt einfach wenn man einen Mitarbeiter des Blogs oder der Website (nichts gegen dich Bernd, bei dir is das was anderes :D ) “einkreisen” muss, damit man die News bekommt. Die meisten vergessen bei privaten Meldungen nämlich, dass sie auf “Meine Kreise” umstellen.

    AntwortenAntworten
  5. Josef A. Preiselbauer4. Oktober 2011 am 15:00

    Die Liste mit den 4 Punkten empfinde ich als etwas, was Google mit wenigen oder sogar gar keinen Handgriffen erledigen könnte. Warum tun sie es nicht. Mein momentaner Eindruck ist, dass sie mit ihrer Verzögerungstaktik ihren grandiosen Start an die Wand fahren. Wäre schade drum.

    AntwortenAntworten
  6. Reinhard Schernitzkat4. Oktober 2011 am 15:34 via Google+

    Ist doch gerade der Vorteil von G+, daß es anders und einfacher als Facebook ist, wenn der große Bruder sogar davon etwas kopiert, kann es ja nicht so falsch sein was G+ macht.

  7. Herr Carlsson12. Oktober 2011 am 10:10

    Es wäre oftmals einfacher bestimmte Kreise ausschließen zu können. Das gilt nicht nur für das Teilen von Beiträgen, sondern auch für den Übersichts-Stream.

    AntwortenAntworten
  8. Peter Basse23. Oktober 2011 am 13:13

    Ich würde gerne einfacher an die Empfehlungsseite herankommen. Bislang geschieht das immer rein zufällig. Vielleicht schreibe ich Google mal ein feedback.

    AntwortenAntworten

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