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8 Gründe, warum Google+ das Zeug dazu hat, Facebook zu schlagen

14. August 2011 von - 2 Kommentare
Dies ist eine frei gehaltene Fassung von Arun Shroff‘s wirklich tollem Artikel, in dem er sich Gedanken dazu gemacht hat, welche Qualitäten Google Plus bietet, um Facebook zumindest auf längere Sicht das Wasser abzugraben.

Natürlich ist es eigentlich noch zu früh um sich mit den vielen Möglichkeiten zu befassen, worauf die Konkurrenzsituation zwischen Google Plus und vor allem Facebook hinauslaufen könnte. Google Plus könnte ins stocken geraten und wieder von der Bildfläche verschwinden, genau so gut könnte es aber auch richtig groß rauskommen und sich zum Facebook-Killer mausern. Ausserdem ist es durchaus denkbar, das beide auch dauerhaft nebeneinander existieren.

Worauf begründet sich Marktdominanz?

marktdominanz 300x113 8 Gründe, warum Google+ das Zeug dazu hat, Facebook zu schlagenEs gibt viele, die Feature für Feature durchgehen, zu dem Schluss kommen, das Google+ nichts revolutionär neues bietet und deshalb auf Dauer nicht bestehen wird. Dabei wird dann aber übersehen, das eine Marktdominanz nur selten auf Features basiert, sondern auf einer soliden Strategie – so macht es auch Facebook vor, auch wenn mittlerweile vielen diese Strategie nicht mehr ganz so gut gefällt. Ein Beispiel aus der Vergangenheit ist Netscape – der Browser hatte die besseren Features und verlor trotzdem aufgrund Microsofts Marktdominanz und Monopolstellung gegen den Internet Explorer. Hier zogen die besseren Voraussetzungen und eine berechnendere Strategie.

Aufgrund folgender strategischer und einzigartiger Eigenschaften ist es durchaus möglich, das Google Plus auf längere Sicht die Konkurrenz – namentlich Facebook und Twitter – dominieren oder sogar (zumindest teilweise) ersetzen könnte.

1. Offenes Netz vs. eingemauerter Garten

open walled 300x100 8 Gründe, warum Google+ das Zeug dazu hat, Facebook zu schlagenGoogle Plus erlaubt es Post für Post zu bestimmen wer etwas lesen kann, und doch haben die öffentlichen Posts bei weitem die Oberhand. Öffentliche Google Plus Beiträge tauchen in den Suchergebnissen von Google und anderen Suchmaschinen auf.

Warum das wichtig ist? Nehmen wir zum Beispiel ein beliebiges Ereignis globalen Ausmaßes – die Resonanz in Google Plus wird derart hoch und aktuell sein, das die Chancen nicht schlecht stehen, das hoch gerankte Suchergebnisse zurück zu Google Plus führen. Wer so in Google Plus kommt wird mitten in eine Diskussion geführt, an der er eventuell teilnehmen möchte. Nichts leichter als das – einfach mit dem oft schon vorhandenen Google-Account einloggen und kommentieren, und schon ist die Person ein weiterer Nutzer von Google Plus. Sicher, nicht jeder besitzt einen Google-Account, aber mehr als genug um den Konkurrenznetzen einen Schauer über den Rücken zu jagen.

Kleine Zusammenfassung: Google hält nach wie vor 70 % Marktanteil am Suchvolumen, kann die Inhalte aus dem eigenen sozialen Netz in den Suchergebnissen pushen und hat bereits Abermillionen Nutzer, die nur einen Klick von einer Google+ Mitgliedschaft entfernt sind. Keine schlechten Voraussetzungen!

Die Vergangenheit hat gezeigt, das ein offenes Netzwerk bei gleichen Voraussetzungen stets vermag, ein geschlossenes System zu überholen – ein gutes Beispiel sind AOL und MSN.

Facebook steckt momentan in einer kleinen Zwangslage, hat es doch ständig Ärger wegen der Privatsphäre, ist aber trotzdem gezwungen sich auch auf ähnliche Weise zu öffnen – was aber nicht so einfach ist, wenn ein schnell wachsender Konkurrent die Kontrolle über einen Großteil des Suchvolumens besitzt.

 2. Privatsphäre und Vertrauen

book of secrets 300x214 8 Gründe, warum Google+ das Zeug dazu hat, Facebook zu schlagenGoogle Plus wurde so gestaltet das die Nutzer eine bessere, transparentere Kontrolle über das teilen von Beiträgen und Ihre Privatsphäre als Ganzes haben. Die Kreise erlauben es kinderleicht, die eigenen Beiträge selektiv zu teilen.

Facebook hatte ständig mit Verdachtsmomenten und durchaus berechtigten Sorgen um die Privatsphäre zu kämpfen und hat es deshalb nie geschafft, sich das Vertrauen seiner Nutzer zu erarbeiten. Das ging lange Zeit gut, da sowieso keine Konkurrenz auf dem Markt war – aber jetzt gibt es mit Google Plus eine Ausweichstelle. Noch dazu ist Google ein Unternehmen, das generell etwas größeres Vertrauen als Facebook genießt.

Auf lange Sicht wird das Vertrauen der Nutzer ein wichtiges Wettbewerbsmerkmal sein – Google hat es, Facebook wird es mehr als schwer haben, es zu diesem Zeitpunkt zurück zu gewinnen.

3. Googles Ökosystem

world nature 300x125 8 Gründe, warum Google+ das Zeug dazu hat, Facebook zu schlagenFacebook ist “nur” ein soziales Netzwerk, wenn auch ein großes. Google ist ein ganzes Geflecht an bekannten Webseiten und Diensten – Suche, Mail, YouTube, Blogger, Google Reader, Picasa, Maps, Apps und noch viel mehr. Wenn Man nur in einem dieser Dienste einen Account hat, dann ist man nur einen kleinen Schritt davon entfernt, einen Google Plus Account zu haben.

Und dann verbindet die Google+ Toolbar alle diese Dienste und ist permantent im Blickfeld des Nutzers, egal ob er gerade die Google Suchmaschine benutzt, seine Mails bearbeitet, Videos schaut oder sonst einen der vielen Dienste benutzt. Mit Share- und Like-Buttons sowie externen Kommentar- und Loginfunktionen versucht Facebook ähnliches zu erreichen, was dank millionenfacher Integration auf Webseiten ganz gut gelang. Aber es fehlen eben genau die “Publikumsmagnete”, die die Google-Dienste darstellen. Allein Google Mail hat über 200 Millionen Nutzer, hunderte weitere Millionen aus weiteren Diensten gehören ebenfalls zur potenziellen Zielgruppe.

4. Eine gemischte Erfahrung

mixed paint 300x150 8 Gründe, warum Google+ das Zeug dazu hat, Facebook zu schlagenGoogle Plus ist viel mehr als eine einzelne Anwendung. Es vermischt auf sinnvolle Weise die besten Eigenschaften von Facebook, Twitter, Foren, Blogs, RSS-Reader und Videochat. Es bietet eine Vielfalt, die weder Twitter noch Facebook aufgrund Ihres Konzepts jetzt oder später erreichen können. Man kann Leuten ohne deren explizite Erlaubnis folgen wie in Twitter, sich privat im Kreise von Freunden und Familie bewegen wie in Facebook oder per Videochat Ereignisse rund um den Globus teilen. Aber nichts ist ein Muss, man kann Google Plus genau so benutzen wie man es bevorzugt.

Warum ist diese Strategie so schlau? Wir alle haben tendenziell zu wenig Zeit und da ist es eine gute Sache, für alle Anwendungsmöglichkeiten ein und die selbe Anlaufstelle zu haben. Die Vielzahl der Möglichkeiten und nicht zuletzt die Faulheit der Nutzer könnte siegen.

5. Mehr Beteiligung und spannendere Unterhaltungen

colored conversation 300x165 8 Gründe, warum Google+ das Zeug dazu hat, Facebook zu schlagenViele Nutzer der ersten Stunde – inklusive mir – waren überrascht über das hohe Level an Engagement und Interaktion, das von Anfang an in Google+ herrschte. Ist das nur so, weil es etwas neues zu entdecken galt?

Zum Teil sicherlich schon, aber Google Plus hat auch einfach diese Art, das es sich anfühlt als ob man auf einen Marktplatz kommt, auf dem rund um einen herum interessante Diskussionen stattfinden, die geradezu auf die eigene Beteiligung warten. Man kann aber auch nur ruhig dastehen und das Geschehen verfolgen.

Durch das ausgeklügelte gemischte System zwischen Facebook-Freundschaft und Twitter-Followern trifft man weitaus leichter und öfter auf interessante Menschen und Diskussionen als in den anderen beiden Netzwerken. Bei Facebook können derartige Diskussionen, in denen auch fremde Personen zu Wort kommen fast nur auf Fanpages entstehen, bei Twitter sind echte Konversationen sowieso nur schwer möglich. In Google Plus ist beides sehr gut verbunden worden.

Google+ besitzt das Design und die Struktur, der weltbeste Ort für sinnvolle und spaßige Diskussionen zu sein – ein weiterer großer Vorteil im Wettbewerb um die Gunst der User.

6. Die Verbindung mit Android

many androids 300x155 8 Gründe, warum Google+ das Zeug dazu hat, Facebook zu schlagenLaut Google werden täglich 550.000 Android-Geräte aktiviert. Jedes Android-Gerät benötigt einen Google Account, und so ist jeder Android-Besitzer ein potenzieller Google Plus Nutzer, für das schon seit Beginn eine sehr gute App zur Verfügung steht.

So lange Facebook nicht die Gerüchte um ein eigenes Mobiltelefon wahr macht hat Google hier alle Vorteile auf seiner Seite.

7. Werbung

discount ad 300x135 8 Gründe, warum Google+ das Zeug dazu hat, Facebook zu schlagenFacebooks Verdienstquelle Nummer eins ist zielgerichtete Werbung, Pay-per-Click Anzeigen und Verdienste durch Facebook Credits, die für Spiele verwendet werden können. Momentan ist Google Plus komplett werbefrei und Google hat genug andere Einnahmequellen und finanzielle Unabhängigkeit um dies dauerhaft so zu belassen.

Es besteht jedoch die Möglichkeit, das Google künftig innerhalb Google Plus Anzeigen verkaufen wird – und hier haben sie mit AdSense das weltweit größte und ausgeklügeltste Netzwerk sowohl an Werbekunden als auch an Werbungsempfängern schon im eigenen Hause. Google Plus wird mit steigender Userzahl ein immer größerer Konkurrent um die Gunst der Werbekunden, und Facebook wird nicht länger Monopolist auf dem Markt der Werbung über soziale Netzwerke bleiben.

Google hat das wie gesagt finanziell nicht nötig, aber es wäre ein direkter Angriff auf die Liquidität von Facebook, wohingegen Google sich locker den Spaß erlauben kann, sich auf einen Preiskampf bei den Anzeigen einzulassen.

Egal in welchem Szenario – ob mit oder ohne Werbung in Google+ – der Vorteil liegt eindeutig auf der Seite von Google.

8. Auf die Wünsche der Nutzer hören

woman listening 300x144 8 Gründe, warum Google+ das Zeug dazu hat, Facebook zu schlagenDas gesamte Google Plus Team inklusive Management, Produktentwicklern und Programmierern ist aktiv im Kontakt und regen Austausch mit den Usern. Google versteht sich hier ausgezeichnet in Kundenkontakt und Crowdsourcing ist ein wichtiger Faktor bei allen Überlegungen und Verbesserungen an Google Plus.

Es gibt den Nutzern ein gutes Gefühl, ein Produkt nach den eigenen Vorstellungen umgesetzt zu sehen und steigert die Sympathie und das Vertrauen in den Betreiber ungemein. Wann hat das letzte mal jemand von Twitter oder Facebook sich aktiv mit den eigenen Nutzern unterhalten, ja sogar deren Rat eingeholt?

Fazit

Auch wenn viele allen obigen Punkten zustimmen würden herrschen doch große Zweifel, ob Google+ jemals Facebook ersetzen könnte, und das vor allem aus zwei Gründen:

  • Die schiere Größe von Facebook mit mehr als 750 Millionen Nutzern
  • Die Trägheit der User, das Netzwerk zu wecheln

Netzwerke besitzen einen interessanten Effekt, der besagt, das es mit zunehmender Größe immer unwahrscheinlicher bis unmöglich wird, sie durch etwas neues zu ersetzten. In der Tat ist das meistgehörte Argument gegen einen Wechsel von Facebook zu Google+ immer noch “Alle meine Freunde sind bei Facebook”.

Es gibt aber auch einen weiteren Effekt, der nicht unterschätzt werden darf: Der Wille der User, das Netzwerk zu wechseln, der mangels Alternative aber bisher nicht umgesetzt werden konnte. Momentan sehen wir, das Google Plus genau von diesem profitiert.

Das Ding mit den Freunden relativiert sich ebenso mit steigender Userzahl, die Google+ als ihr “Hauptnetzwerk” ansieht und nur noch der Freunde wegen bei Facebook ist, aber mehr oder weniger inaktiv. Die Freunde werden auf Dauer sehen wollen, weswegen sich einige Ihrer Kontakte in Facebook so rar machen.

Dies könnte einen Lawineneffekt zur Folge haben – man stelle sich vor, was passiert, wenn alles mit 10 Leuten beginnt, die Ihrerseits immer wieder 10 Leute in das neue Netzwerk einladen – wenn auch über den Zeitraum von Monaten oder Jahren!

Es ist auch so das bezweifelt wird, das Google+ jemals ältere Benutzer, Tanten, Onkel und Großeltern bekommen wird, was Facebook mit der Zeit und durch die enorme Teilnahme anderer Familienmitglieder trotz der technologischen Hemmschwelle gelungen ist. Aber hier lautet die Devise: Auch diese Nutzer werden unweigerlich dorthin folgen, wo sich Ihre Kinder, Enkel und Freunde aufhalten und Bilder von Urlaub, Familienfeiern und Kindergeburtstagen auf sie warten.

Letztendlich darf man nicht vergessen, das Google+ sich noch ganz am Anfang eines hoffentlich sehr langen und erfolgreichen Weges befindet. die letzten 6 Wochen der immer noch mehr oder weniger geschlossenen Testphase lassen noch Großes erwarten! Wenn erst noch 3rd Party-Applikationen, Firmenseiten, die API und noch engere Verknüpfung mit weiteren Google-Diensten kommen hat Google+ die besten Chancen, seine größten Rivalen als Marktführer abzulösen.

Noch ein Wort vom Autor:

Ich hätte mir nicht die Mühe gemacht, diesen immerhin über 1.700 Worte umfassenden Text zu schreiben, wenn ich nicht beinahe allem vorbehaltlos zustimmen würde, dennoch spiegelt er nicht zwangsweise Wort für Wort meine Meinung wieder. Allerdings sehe ich Aruns Artikel als eine wunderbare Quelle, die einige vieldiskutierte Fakten und Möglichkeiten aufzeigt und auf den Tisch bringt.

Bildmaterial:
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2 Comments

  1. Phoenyx15. August 2011 am 00:06

    Wow, du und Aruns fassen hier wirklich zusammen was Google Plus aus macht und was Ihm die Chance gibt als Sieger aus diesem Rennen hervor zu gehen.

    Sicher bestehen berechtigte Zweifel am Erfolg von Google Plus, doch hat vor weinigen Jahrzehnten jemand dran gedacht, dass sich das Internet mal so entwickeln wird.

    Ich kann und will beiden Artikeln zu 100 Prozent zustimmen. Und hoffe das man den eingeschlagenen Weg bei Google beibehalten wird und noch ausbauen.

    G Phoenyx

    AntwortenAntworten
  2. Tyraenor15. August 2011 am 07:26

    Leider funzt der +1 Button scheinbar nicht mehr…
    Aber der Artikel hat mir sehr gefallen, vor allem weil da nicht so ein Fanboy Charme durchschwingt.

    Schön.

    AntwortenAntworten

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