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Google überprüft erneut die Sachlage in der Realnamen-Debatte

25. Juli 2011 von - 7 Kommentare

Google Plus ruft seit Wochen beinahe nur positive Reaktionen hervor – wenn man ein Thema aussen vor lässt: Die praktisch seit Beginn andauernde Debatte um die Realnamen-Pflicht, die Google in den Nutzungsbedingungen fest verankert und bisher ziemlich eisern verteidigt hat.

Jedenfalls findet Google es auch nicht gerade besonders prickelnd, das diese Diskussion einfach nicht aufhören will. Man trägt zwar selbst seinen Teil dazu bei, denn zuweilen scheinen die Profilsperren bzw. -löschungen schon etwas kleinlich, aber unbequem ist die Geschichte langsam schon geworden.

Laut Robert Scoble versprach Google-Vize Vic Gundotra, den er schon aus seiner Zeit bei Microsoft kennt, jetzt die Sachlage nochmal genau zu prüfen und Argumente beider Seiten genau abzuwägen. Es werde einige harte Entscheidungen geben müssen, deren Ergebnisse sich erst über einen längeren Zeitraum zeigen werden. Auf jeden Fall soll in die Diskussion wieder ein positiverer Grundton hineingebracht werden.

Diskussionsgegenstand

Um es klarzustellen, hier geht es nicht um Firmen- oder Website-Profile, sondern um Fake-Namen, Nicknames und Namenskürzel.

Man muss hier schon genau abwägen. Persönlich finde ich die Realnamen-Pflicht erstmal gut. Ich kann gut ohne Menschen namens Hackatron82 oder MsKittyKat das Google Plus Onlineleben genießen. Sehr gut sogar, denn das zerstört mir irgendwie die Atmosphäre und die Glaubwürdigkeit. Schlagt mich dafür, es ist einfach so.

Pro Realnamen-Pflicht

Es ist eben nicht so, das Anonymität von der großen Mehrheit der Internetnutzer als Privileg gesehen wird, sondern als Mittel zum Zweck herumzutrollen. Verständlich, die Hemmschwelle sinkt einfach wenn man genau weiß selbst wenn das jemand liest den ich kenne, er wird mich nicht erkennen.

Contra Realnamen-Pflicht

Jetzt haben wir aber auch das Problem, das es Gegenden und Länder auf der Welt gibt, wo du nicht ungestraft unpopuläre oder dem Staatssinn widersprechende Gedanken aussprechen kannst wenn du Wert auf Leib und Leben legst oder ganz einfach nur lieber zuhause bleiben würdest als im Knast zu verschimmeln.

Lösungsansatz Freiwilligkeit?

Jetzt könnte man ja sagen, es gibt doch bereits schöne Felder wie “Alias” und “weitere Namen” im Google Plus Profil, warum nehmen wir die nicht ganz einfach und geben dem Nutzer selbst die Möglichkeit der Auswahl, wer bzw. welche Kreise was zu sehen bekommen – unter Freunden bin ich Horst Maier, für den Rest der Welt eben KantenKarl1989.

Wäre das die einfachste, wenn nicht einzige Lösung?

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7 Comments

  1. Marcel Schmidt25. Juli 2011 am 10:04

    Ich bin für die Realnamen-Pflicht. Die Möglichkeit, den Namen komplett zu verbergen, muss ich ablehnen, denn dann kann der Gesprächspartner sich gern auch “Hackatron82″ nennen. Für mich gäbe es da dann auch keinen Unterschied, ob nun der Realname angegeben ist, oder es nur ein Alias ist. Ich sehe ja eh nur den Fakenamen. Grundsätzlich sehe ich es so: wer seinen Namen nicht preisgeben will, sollte ganz einfach von einer Anmeldung absehen. In der realen Welt stelle ich mich für gewöhnlich meinem Gesprächspartner auch vor.

    Realnamen-Pflicht gibt es im Übrigen auch bei facebook, es ist also keineswegs eine neue Idee von Google, wie offenbar der eine oder andere meint:

    “4.Registrierung und Kontosicherheit

    Facebook-Nutzer geben ihre tatsächlichen Namen und Daten an und damit das auch in Zukunft so bleibt, benötigen wir deine Hilfe. Im Folgenden werden einige Verpflichtungen aufgeführt, die du bezüglich der Registrierung und der Wahrung der Sicherheit deines Kontos uns gegenüber eingehst:

    1. Du wirst keine falschen persönlichen Informationen auf Facebook bereitstellen…

    7. Deine Kontaktinformationen sind korrekt und du wirst sie auf dem neuesten Stand halten.”

    Ebenso gibt es bei facebook keine Möglichkeit, den Realnamen auszublenden. Fragt sich nur, warum FB hier nicht stärker durchgreift, wo es eine klare Regelung gibt, stattdessen aber andere unsinnige und nicht nachvollziehbare Blockaden vornimmt, aber das ist ein anderes Thema…

    Um ein wenig mehr Anonymität zu schaffen, würde ich eher auf öffentlichen Profilen den Nachnamen auf den ersten Buchstaben kürzen, in den eigenen Kreisen den kompletten Namen aufführen.

    AntwortenAntworten
  2. Pingback: Google “überprüft” Realnamen-Richtlinie | Google+ Aktuell | Google Plus Today

  3. Jasmin25. Juli 2011 am 11:54

    Ich spreche mich für die Realnamen-Pflicht und Sperrung/Löschung von Fake und Falschnamen aus.
    Sieht man sich auf Facebook um, so hat man nach meiner Einschätzung maximal 5-10% an Usern die ihren wahren Namen nutzen. Es gibt viele Doppelprofile und auch sehr viele Fakes.
    Unter einem Pseudonym in einer Community zu sein senkt die Hemmschwelle. Ich weiß nicht wie oft ich schon teils sehr merkwürdige Nachrichten bekommen habe – oft verbarg sich dahinter ein Heiratsantrag, Spendenanfragen oder sonstiger “Spam”.

    Dass diese Realnamen-Pflicht bei FB besteht mag ja schön und gut sein, nur leider überprüft das keiner. Man kann ungestraft so oft man will seinen Namen und seine Angaben ändern.

    Wenn Google+ “sauber” bleibt werde ich mich dort viel wohler fühlen, denn ich weiß zumindest schon mal, das mein Gegenüber existiert.

    Den Nachweis das man auch wirklich die Person ist, die sich hinter dem Namen verbirgt, kann ich übrigens empfehlen. Es ist kurz und schmerzlos und Google+ weiß das man mithelfen will und echt ist.

    AntwortenAntworten
  4. Phoenyx25. Juli 2011 am 18:29

    So Arbeit vorbei nun auch mein Kommentar zu der Situation.

    Generell halte ich die Klarnamen Pflicht nicht unbedingt für Falsch.

    Ich persönlich würde diese nur etwas großzügiger auslegen. So halte ich es für Unsinn Blog die sich hier einen Account zulegen unter dem Blognamen zu sperren, vor allem wenn diese eindeutig dem Thema Google Plus gewidmet sind. Sowas macht schlechte Presse und dient nicht unbedingt dem weiteren wachsen.

    Anders ist dies bei Privat Personen hier halte ich die Klarnamen Pflicht für durchaus Sinnvoll, wobei auch hier wieder zu entscheiden ist wie kennt mich meine Umwelt vor allem die Virtuelle. So ist es bei mir so das mich die meisten meiner Freunde auch der Realen inzwischen eher mit meinem Pseudonym als mit meinem Namen ansprechen und ich auch eher darauf reagiere also wenn einer erst überlegen muss wie war denn nun mein Klarname.

    Für die richtigen Schritt halte ich eine Anmeldung mit Klarnamen gerne sogar mit Verifizierung und der Option ein Pseudonym anzeigen zu lassen.

    Um das so genannte Trolling zu unterbinden kann man zum Beispiel eine automatische Signatur nutzen in der Form

    Phoenyx ( Martin Ehrentraut ) oder Phoenyx aka Martin E.

    Die Möglichkeiten dafür sind mit Sicherheit vorhanden und ich denke das damit auch ein Großteil aller Beteiligten leben kann. Vor allem kann man dies dann Später auch mit Multi Accounts für Blogs oder Zeitungen mit mehreren Schreiberlingen ausbauen.

    So das soll es erstmal gewesen sein.

    g Phoenyx aka Martin E. ;)

    AntwortenAntworten
  5. Bernd25. Juli 2011 am 18:58Autor

    Vielen Dank für Eure gut durchdachten und sachlichen Kommentare zu dem Thema!

    Wie ich das überall so mitbekomme hat die Mehrzahl eigentlich kein wirkliches Problem mit der Realnamenpflicht, selbstverständlich in dem Rahmen, das es eben nicht zu existenziellen persönlichen Problemen führen kann wie im Artikel angeschnitten, also jetzt eher mal auf Deutschland/Westeuropa bezogen.

    Aber klar, die die nichts auszusetzen haben sind meistens die, die weniger laut schreien, da kann sich u. U. bei oberflächlicher Betrachtung leicht ein falsches Verhältnis von Zustimmern und Ablehnern in den Köpfen festsetzen.

    AntwortenAntworten
  6. Markus20. August 2011 am 13:59

    Interessant. Die Pro-Realname Kommentatoren schreiben hier im Blog nur einen Vornamen…

    Ich bin absolut und uneingeschränkt CONTRA Realname-Pflicht, weil

    1. Ich will nicht, dass GOOGLE(!!) meinen Namen kennt. Ich nutze deren Suchmaschine. Ich nutze ein Android Handy. Jetzt gebe ich denen also zu meinem Surf- und Bewegungprofil noch einen Namen. Super. Und vergesst Zweitaccounts. Das klappt in Realität nicht, wenn man die Services wirklich nutzen will.

    2. Suggeriert ein “echter” Name, dass dieser auch tatsächlich stimmt. Das öffnet Betrug und Identitätsdiebstahl Tür und Tor. Wer will denn nun Beweisen, dass ich wirklich Markus heiße? Selbst wenn ich einen Nachnamen angegeben hätte, könnte das doch der meines ungeliebten Nachbarn sein. Ist bestimmt ne Mords-Gaudi, sich mal bei Google-Plus unter dem Namen einer existierenden Person anzumelden und zu schauen, wer so alles Kontakt zu einem aufnimmt…. Viel Spaß mit solchen “Real Names”.

    3. Aus 2 folgt, dass das Internet bald nur noch mit ePass benutzbar wird, um sowas zu verhindern. Klasse Idee. Dann geb ich mein Informatik-Diplom ab und werde Schuster.

    AntwortenAntworten
  7. Bernd20. August 2011 am 18:28Autor

    Zum einleitenden Satz gibt’s einfach mal ein “Naja…”. Was hat dieser Blog mit Google+ zu tun? Soweit ich weiß, verpflichten wir hier niemanden, seinen vollen Namen anzugeben. Und dass das jemand bei G+ tut verpflichtet Ihn nicht dazu, das im ganzen Netz zu tun.

    zu 1. Hat Google schon mal was böses angestellt, oder warum ist das groß und mit so vielen Ausrufezeichen? Was genau können die Dir denn anhaben anhand Deines Surf- und Bewegungsprofils? Mir fällt da spontan immer das Wort “Verfolgungswahn” ein. Was ist eine konkrete Gefahr?

    zu 2. Wirksamstes Mittel, sich seine Identität nicht klauen zu lassen: SELBST DIE EIGENE IDENTITÄT SICHERN.

    zu 3. Ist das nicht die ganze Geschichte etwas weit gesponnen?

    Warum kämpfen permanent irgendwelche Leute darum, in G+ oder sonst wo, wo doch sowieso der Betreiber das allerletzte ist, dabei zu sein, und dann noch zu den eigenen Bedingungen? Sorry, raffe ich nicht…

    AntwortenAntworten

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